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Disclaimers:
The characters Mulder and Scully
are the probherty of Chris Carter and 20th Century Fox and 1013 Productions.
No copyright infringement intended.
I do not own the characters Sandburg, Ellison or Banks in this story, nor do I own any rights to the television show The Sentinel. They were created by Danny Bilson and Paul DeMeo and belong to them, Pet Fly Productions, UPN, and Paramount.
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Chance:
Zuerst möchte ich mich herzlich bei Svenja bedanken. Es hat sehr viel Spaß gemacht, diese Story mit ihr zusammen zu schreiben. Es war eine ganz neue Erfahrung für mich, da es das erste solcher Projekte war. Anfangs war es etwas schwierig, sich immer wieder in den Gedankengang des anderen hinein zu versetzen und die plötzlichen Wendungen der Geschichte zu "verarbeiten". Doch insgesamt war es wirklich toll und ich freue mich schon auf die nächste gemeinsame Fanfic mit ihr :o)
Svenja:
Das Kompliment möchte ich an dieser Stelle auch einmal wieder zurück geben; ich finde es hat wirklich Spaß gemacht und würde gerne weiter Stories zusammen mit anderen Autoren schreiben!! Ich weiß, an dem Ende habe ich aus Zeitgründen nicht mehr so viel mitgeschrieben aber ich finde, Chance hat das alleine auch ziemlich gut gedeichselt...... aber lest selbst; Viel Spaß!!!!
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The Sentinel /
X-Files
- Colleen -
written by Chance and Svenja
„Telefonzentrale, guten Tag, kann ich Ihnen weiterhelfen?"
Oh, war das nicht eine neue Stimme am anderen Ende der Leitung?
„Oh, ja, hallo. Hier ist Blair Sandburg, Abteilung Gewaltverbrechen. Ich benötige die Nummer des zuständigen Polizeireviers für einen Ort namens Poughkeepsie."
„Oh, könnten Sie mir das bitte buchstabieren, Sir?" kam leicht amüsiert die Antwort.
Nicht schlecht, dachte sich Blair. Die Stimme gefiel ihm. Sie war äußerst sexy. Ob ihre Besitzerin wohl auch so sexy war? Er beschloss, einen Versuch zu wagen.
„Ich würde ihn gerne persönlich buchstabieren...wie wäre es, wenn ich mal kurz zu Ihnen in die Zentrale runter komme und wir unterhalten uns ein wenig, essen zusammen irgendwo etwas?"
Es herrschte Stille am anderen Ende der Leitung. Blair begriff, dass er vielleicht etwas zu weit gegangen war.
„Hey, tut mir leid, wenn ich Sie überrumpelt habe. Aber ich glaube, ich habe meine Hormone nicht im Griff." sagte er verlegen.
„Mhm, tut mir leid Mr. Sandburg, ich glaube nicht, dass Sie hier bei mir richtig sind. Ich werde Sie weiter verbinden." Und schon war die Verbindung weg. Blair wurde an Sarah weiter verbunden, eine alte Freundin aus der Telefonzentrale. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, nach der neuen Stimme zu fragen. Aber auch Sarah konnte nur soviel sagen, dass sie erst seit gestern hier arbeitete und sehr nett wäre...
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Die Stimme ging ihm nicht aus dem Kopf, auch nicht, nachdem sein Partner James Ellison das Büro betreten und ihn aus seinen Gedanken gerissen hatte. Jim hatte von einem neuen Fall erzählt, den sie wieder mit den Agenten des FBI, Fox Mulder und Dana Scully, bearbeiten sollten. Der letzte Fall, an dem die beiden Duos miteinander gearbeitet hatten, ging nicht gerade glimpflich für Blair aus. Und er glaubte sich zu erinnern, dass Jim nicht gerade ein gutes Verhältnis mit Mr. Mulder gehabt hatte...
„Okay Jim, um was geht es in diesem Fall und warum hängt das FBI mit drin?" fragte Blair neugierig.
„Gestern gab es zwei Todesfälle hier in Cascade. Beiden Opfern wurde der Schädelbasisknochen nun ja, sagen wir mal, „durchlöchert". Und Mulder hat das durch irgendwen mitbekommen und möchte nun natürlich an den Ermittlungen teilnehmen. Er wollte sogar alleine an dem Fall arbeiten, doch soweit ich das mitbekommen habe, ist jemand nicht so ganz mit seinen Methoden einverstanden und ordnete ihm jemanden von der Cascade Police bei."
„Und das sind natürlich wir. War das Simons Idee?"
„Was ist denn los Blair? Sie sind doch normalerweise nicht so verschlossen gegenüber neuen Mitarbeitern."
„Nein, ich musste nur an den letzten Fall mit den beiden denken.... Tut mir leid Jim. Natürlich werden wir mit ihnen zusammenarbeiten..."
Jim sah seinem Partner fest in die Augen. „Es wird nicht noch mal so etwas passieren Blair. Das verspreche ich Ihnen. Ich werde auf Sie aufpassen."
„Jim, es war doch nicht Ihre Schuld, was damals passiert ist. Und Sie können nicht immer auf mich aufpassen. Ich muss lernen, für mich selbst zu sorgen."
„Ja, ja schon gut Blair. Wie oft haben wir das schon durchgekaut. Vergessen? Ich bin Ihr „Gesegneter Beschützer". Das haben Sie selbst gesagt." Jim grinste. Und Blair wusste genau, worauf er anspielte.
„Okay, Jim. Ich habe verstanden. Ich bin hier der Magnet der Ärger anzieht und Sie sind der, der mich wieder raus haut."
„Genau Chief. Und das muss sich nicht ändern. Dafür bin ich da, okay?"
„Okeday, das gut. Das gut für Blair Blair Binks." Blair versuchte sich in seiner besten Jar-Jar Binks-Imitation.
„Ich glaube, Sie haben Star Wars ein mal zuviel gesehen Blair." Sagte Jim und erhob sich lachend von seinem Platz. „Lassen Sie uns zu Simon gehen. Die FBI-Agenten sind da."
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Nachdem Simon Banks, der Captain der Cascade PD, Mulder und Scully die nötigen Informationen zu dem Fall gegeben hatte, beschlossen die vier Ermittler erst einmal, gemeinsam Essen zu gehen. Blair hatte natürlich vorgeschlagen, dass man zum Chinesen gehen könnte und niemand hatte dagegen gestimmt. Also betraten die vier Blairs Lieblingsrestaurant, wo er auch schon begeistert empfangen wurde.
„Ah, Mister Sandburg, möchten Sie heute wieder Sushi?" fragte der Kellner höflich.
„Nein danke Garett. Ich denke, ich sollte heute doch etwas gekochtes essen." Der junge Mann grinste verschwörerisch.
„Das würde ich auch sagen, Chief. Ich werde nicht noch mal 3 Tage an Ihrem Bett sitzen und Sie davon überzeugen, dass Sie nicht an einer Vergiftung sterben werden." Jim gab amüsiert seinen Senf dazu. Das sah ihm ähnlich. Der Kellner fragte daraufhin gleich schockiert, ob es an ihrem Sushi gelegen hätte.
„Nein, nein. Keine Sorge. Es war ein Virus, nicht Ihr Sushi. Ich habe es nur am Tag darauf bekommen." Der Kellner lächelte und wandte sich ab.
Sandburg fuchtelte wild mit den Armen. „Jim! Wenn Sie noch mal so was machen, dann werde ich nie wieder mit Ihnen irgendwohin essen gehen!"
„Ach ja? Ich könnte Ihnen ganz andere Stories von jemandem erzählen, der mich bei Abendessen blamiert hat..."
„Schon gut, schon gut." Sandburg gab klein bei und wandte sich an die schweigsamen FBI-Agenten, die sichtlich amüsiert auf ihren Stühlen saßen.
„Sie sind ja so ruhig Agents."
„Oh, keine Sorge Mr. Sandburg, wir haben nur Ihrer kleinen Anekdote gelauscht." Sagte Mulder lachend. Auch Scully konnte sich jetzt ein Kichern nicht verkneifen.
„Schön, dass sich hier jeder blendend auf meine Kosten amüsiert." Sagte Blair. Aber er war nicht böse. Er war froh, dass nicht wieder alles so steif wie beim letzten Mal ablief. Jim und Mulder mussten ein Gespräch von Mann zu Mann geführt haben, oder ähnliches, denn jetzt schienen sie sich blendend zu verstehen.
„Tja, um zur Arbeit zurückzukommen, wann wird es denn morgen losgehen?" fragte Dana Scully.
„Nun, ich dachte, wir besuchen morgen früh zuerst mal den Fundort der beiden Leichen und die Leichenhalle um uns die Toten anzusehen."
„Das wird nicht nötig sein." gab Mulder zurück.
„Warum?" mischte sich auch Blair ins Gespräch.
„Weil die Leichen nicht mehr da sein werden."
„Und wie darf ich das verstehen?" fragte Jim interessiert. Mulder unterschied sich in allen Punkten von den FBI-Agenten, die er bisher getroffen hatte. Der Mann interessierte sich offenbar wirklich für alles, was man nicht einordnen, erklären oder begreifen konnte.
„Nun, wir werden morgen nur noch grünen Schleim vorfinden." Mulder sah Scully an. Diese versuchte die Situation zu retten und erklärte schnell:
„Agent Mulder und ich haben schon mehrfach Fälle untersucht, bei denen Menschen.."
„Klone" fiel Mulder ins Wort.
„Mulder! Lassen Sie mich bitte ausreden!"
„Klone?" fragte Blair lautstark.
„Könnten Sie bitte die Lautstärke etwas drosseln! Erstens habe ich empfindliche Ohren und zweitens sind wir nicht alleine hier!" schimpfte Jim.
„T´schuldigung." gab Blair so leise zurück, dass es sicher nur Jim verstanden hatte.
„Darf ich jetzt weiterreden? Schön. Also, wir haben schon mehrere Menschen mit durchstoßenem Schädel-Basisknochen gefunden. Und wir haben damals herausgefunden, dass alle Opfer Klone waren. Und dass es davon sehr viele über die USA verteilt gibt. Und man kann sie nicht erkennen, nur ein Mann kann das. Und das ist der, der sie tötet. Ein Außerirdischer."
„Wie bitte? Ist das Ihr Ernst oder scherzen Sie?" fragte Jim wütend. Er konnte so einen Quatsch einfach nicht glauben. Das war Science-Fiction!
Mulder beugte sich unterdessen zu Scully und flüsterte ihr ins Ohr „Scully, ich glaube ich werde Sie heiraten müssen." Sie flüsterte schroff zurück: „Wenn Sie so etwas das nächste mal nicht selbst erklären, dann werde ich Sie erschießen müssen!"
Mulder beschloss, Ellisons Frage zu beantworten: „Was Agent Scully damit sagen will ist..."
„Das ist mir egal Mulder! Ich glaube das nicht. Sie etwa Sandburg?"
„Mhm, Jim, ist es jetzt eigentlich zu spät, Ihnen meine Liebe zur Science-Fiction zu gestehen?"
„SANDBURG!!"
„Nein, jetzt mal ehrlich Jim, ich glaube nicht, dass Ihnen Agent Scully und Agent Mulder hier einen Bären aufbinden. Sie arbeiten für das FBI! Und ich glaube, dass das was sie sagen, stimmt. Ich habe im Internet davon gelesen."
„Im Internet. Toll. Das glauben Sie also?"
„Hey, ich habe kürzlich mit einem Typen gechattet. Der hat mir so einiges erzählt."
„Und was hat er Ihnen erzählt?" fragte Mulder neugierig.
„Sandburg? Ich warte!" fragte jetzt auch Jim.
„Hehe, hey Leute. Wollen wir nicht das Thema wechseln? Ich meine, wir müssen noch bestellen, vergessen?"
„Nein, Sie werden jetzt die Frage beantworten!"
„Wir haben nur über das Thema Klonen gesprochen. Wirklich! Wir hatten es über Dolly und so weiter. Und dann hat er mir erzählt, dass es in den USA mehrere Gesellschaften gibt, in denen Klone gezüchtet werden und sie alle gleich aussehen. Jedenfalls die einer, nun wie soll ich sagen,....Marke."
„Und das war alles?" fragte Mulder.
„Ja! Wirklich Mann! Mehr weiß ich nicht! Ehrlich."
„Na schön."
„Leute, das sind doch Hirngespinste. So etwas gibt es nicht. Wir haben nicht die Technologie dafür!"
„Wir nicht. Aber die Außerirdischen." erklärte Mulder. Ellison warf ihm einen vernichtenden Blick zu.
„Nein, wirklich Detective. Ich habe sie selbst gesehen. Die haben meine Schwester gekidnappt und auch von ihr Klone erstellt." Scully war überrascht, daß Mulder den beiden Fremden so etwas erzählte.
„Wirklich Mulder?" fragte Sandburg. Das Thema gefiel ihm. Der Fall schien interessant zu werden. Er hoffte nur, dass Jim keinen Rückzieher machen würde.
„Das ist die Wahrheit. Ich habe sie gesehen! Ich war in einer Abtreibungsklinik, da liefen ca. fünf Klone meiner Schwester rum. Und ich war an der Grenze zu Kanada, da sah ich 8-jährige Klone meiner Schwester. Sie war es!"
„Nun Agent Mulder. Wenn Sie es sagen, dann wird es wohl stimmen. Aber ich werde nicht auf unkonventionelle Methode mit Ihnen zusammenarbeiten. Wenn Sie grüne Männchen jagen wollen, dann bitte ohne mich. Ich möchte diesen Fall lösen. Und zwar auf normalem Wege." Erklärte Jim.
„Das möchte ich immer, Detective Ellison, aber meistens geht das nicht so einfach. Aber das werden Sie selbst noch erfahren. Da steckt nämlich die Regierung mit drin."
„Ich möchte jetzt bitte nichts mehr davon hören. Wir werden morgen früh zur Leichenhalle fahren, und dort werden wir ja sehen, ob Sie recht haben."
Das letzte Wort war gesprochen. Der Rest des Abends verlief leider nicht mehr so zwanglos, wie Sandburg sich das gewünscht hatte...
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Punkt 8:00 Uhr morgens trafen sich die Ermittler vor der Leichenhalle. Mulder hatte ein selbstzufriedenes Grinsen aufgesetzt, was Jim noch wütender werden ließ. Er wusste, dass das, was ihm dieser Kerl da erzählt hatte, nicht wahr sein konnte. Und nach einer hitzigen Diskussion mit Blair hatte er auch mit diesem kein Wort mehr gesprochen. Also gingen alle schweigend in die Leichenhalle und ließen sich die Schubladen mitteilen, in welchen die Leichen liegen sollten. Blair hatte beschlossen, trotz seiner Angst vor Leichenhallen auf keinen Fall Jims Gesicht zu verpassen, falls das, was Agent Mulder erzählt hatte, wahr sein sollte.
„Na Blair, wie geht es Ihnen denn?" fragte Scully, die sich noch gut an ihren letzten Besuch mit dem jungen Mann hier erinnern konnte.
„Naja, um ehrlich zu sein, es ging mir schon besser."
„Das glaube ich Ihnen." sagte sie aufmunternd. Der Junge war bleich wie Kreide. Sie hatte sich am Anfang ihrer Ausbildung genauso gefühlt. Und jetzt? Jetzt sezierte sie alles mögliche. Sie gab Blair einen ermunternden Klaps auf die Schulter.
„Sie und Jim hatten Streit, stimmts?" fragte sie ihn leise.
„Ja, und nicht zu wenig. Aber wir sind besser ruhig. Er kann uns hören."
„Mhm. Stimmt. Schon verdammt hart, wenn sein bester Freund ein Sentinel ist, oder?"
Jim drehte sich kaum merklich zu Scully herum, beschloss dann aber doch, sich aus dem Gespräch rauszuhalten.
„Ich wusste gar nicht, dass Sie davon wissen." sagte Blair überrascht.
„Oh, Agent Mulder hatte es am Ende des letzten Falles herausgefunden. Nicht wahr, Detective?"
„Agent Scully, wollten wir nicht über dieses Thema schweigen?" sagte Jim höflich.
„Unter uns können wir doch darüber reden, oder?" mischte sich auch Mulder ein.
„Hey! Ich bin kein Versuchskaninchen!"
„Das sagte doch keiner, oder? Sie haben nun mal diese Fähigkeiten, warum sollten Sie sie verbergen? Außerdem müsste dann Blair genauso ein Versuchskaninchen sein." Erklärte Mulder.
„Was bedeutet das denn schon wieder?"
„Nun, Blair ist Ihr „Guide". Auch das ist sehr selten. Ein Sentinel und ein Guide müssen sich erst mal finden."
„Sie haben sich ja gut informiert Mulder", sagte Blair.
„Ja, ich habe meine Quellen.....So, hier sind die Schubladen. Gleich werden wir ja sehen, ob sich der Streit gestern Abend gelohnt hat, Gentlemen." Er sah Scully an und fügte noch schnell „Lady" hinzu. Doch der Schaden war bereits angerichtet. Scully warf ihm einen bösen Blick zu und wandte sich an Blair.
„Wollen wir wetten Blair?"
„Klar! Was sagen Sie? Ladies first."
Mulder sah Sandburg wütend an. Der Kerl war einfach charmant. Er wusste, wie man mit Frauen umzugehen hatte. Und er? Fox Mulder, der ewige Single, der sowieso in jedes nur erdenkliche Fettnäpfchen tappte.....
„Ich tippe darauf, dass die Leichen noch da sind." sagte Scully.
„Wieso das denn? Gestern abend waren Sie da anderer Meinung", sagte Jim.
„Nein, da haben wir uns falsch verstanden, Ellison. Ich wollte Ihnen die Sache nur rational und wissenschaftlich erklären. Agent Mulder ist derjenige der vermutlich auf grünen Schleim tippen würde."
„Stimmt. Aber hören wir jetzt auf. Das ist nicht lustig. Zwei Menschen bzw. zwei Klone sind tot. Und das ist nicht witzig."
Blair konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen „Zwei Klone sind tot. Und das ist nicht witzig", äffte er Mulder leise nach. Scully sah ihn amüsiert an.
Mulder beschloss, der Farce ein Ende zu setzen und öffnete die beiden Kühlschubladen. Jim trat erschrocken zurück und sah Mulder ungläubig an. Im Innern der Schubladen befand sich wirklich nur eine grünliche, schleimige Masse...
„Das ist doch nicht möglich!", war alles was er sagen konnte.
„Nun, Detective. Ich schätze, Scully hat ihre Wette verloren und Sie sollten jetzt glauben, was ich Ihnen erzählt habe."
In diesem Moment betrat ein älterer Herr in Arztkittel den Raum.
„Guten Tag. Kann ich Ihnen helfen?"
„Oh, nein. Danke, Sir. Ich denke wir haben schon, was wir brauchen", sagte Mulder kurz angebunden.
„Doch Sir." Schnitt Scully ihm das Wort ab. „Wann wurden die Leichen hier genau eingeliefert?"
„So gegen 23.00 Uhr, glaube ich."
„Und da waren sie in diesem Zustand?", fragte sie und zeigte auf die schleimige Masse. Der Mann schien nicht überrascht zu sein.
„Nein, sie waren nicht in diesem Zustand." In diesem Moment zog der Mann eine Waffe und schnappte sich Blair, der ihm am nächsten Stand. Er nahm ihn in den Würgegriff und hielt ihm die Waffe an die Schläfe. Ellison reagierte sofort und zog auch seine Waffe.
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„Was soll das?", fragte Blair während er nach Luft schnappte.
„Ich will wissen, wo die anderen sind", sagte der Mann.
„Welche anderen?", fragte Mulder und bemühte sich, einen ruhigen Tonfall beizubehalten. Er wollte den Mann keinesfalls verärgern.
In diesem Moment veränderte dieser sein Aussehen. Er morphte in sein wirkliches Ich, den Bounty Hunter. Mulder kannte dieses Gesicht nur zu gut. Der Kerl, oder einer seiner Art, hatte ihn schon mehrmals fast umgebracht. Ellison starrte nur noch ungläubig und war gar nicht mehr fähig, irgend etwas zu tun. Und Scully war genauso geschockt wie Ellison. Sie erinnerte sich noch zu gut an ihre Zusammentreffen mit diesen Kreaturen. Auch sie war schon mehrmals fast von ihnen getötet worden. Mulder trat einen Schritt näher heran und versuchte, ein klares Schussfeld zu bekommen, doch auch der Bounty Hunter trat zurück und zog Blair grob mit sich.
„Wir haben noch keine anderen gefunden", erklärte Mulder.
Wortlos zog der Mann Blair mit sich in Richtung Ausgang. Scheinbar hatte er die Antwort, die er erwartet hatte. Als Mulder ihm folgen wollte, verstärkte der große, muskulöse Mann seinen Griff und Blair begann jetzt, sich zu wehren, um noch etwas Luft zu bekommen. Doch er hatte gegen diesen Muskelprotz keine Chance. „Bleib ruhig und dir wird nichts geschehen. Dich werden wir noch brauchen", flüsterte der Hunter in Blairs Ohr. Dann wandte er sich an die anderen. „Bleiben Sie, wo Sie sind und es wird niemandem etwas geschehen."
Mulder nickte und die anderen blieben auch, wo sie die ganze Zeit waren.
Der Bounty Hunter zog Blair mit sich zum Ausgang und hinaus auf die Straße. Dort ließ er ihn los, woraufhin Blair zu Boden sackte und nach Luft rang. Der Kopfgeldjäger lief wortlos davon, ohne sich noch mal umzudrehen. Als Mulder endlich zu Blair auf die Straße kam, war von dem Mann nichts mehr zu sehen.
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„Wie geht es Ihnen?", fragte er besorgt.
Blair konnte nur nicken und husten. Er zeigte in die Richtung, in die der Hunter gegangen war. Mulder rannte schnell hinterher, doch er wusste, dass es sinnlos war. Wahrscheinlich hatte sich der Kerl wieder in eine andere Person verwandelt. Er erblickte niemanden und kehrte zurück. Inzwischen waren auch Ellison und Scully bei Blair, der immer noch auf dem Boden saß.
„Sind Sie jetzt überzeugt Ellison?", fragte er atemlos.
„Ich weiß nicht was ich sagen soll Mulder..."
„Wir sollten Ihren Freund zu einem Arzt bringen."
„Okay."
„Da ist noch etwas Detective", sagte Scully. „Sie dürfen niemals auf diesen Mann schießen."
„Wieso das denn?"
„Das erkläre ich Ihnen auf dem Weg zum Krankenhaus."
„Sie wollen also sagen, dass das Blut dieses Mannes toxisch ist?", fragte Jim, als sie gerade dabei waren, das Krankenhaus zu verlassen.
„Und dass es einen Virus enthält?", krächzte Blair.
„Chief, Sie sollten doch ihre Stimme schonen. Vergessen? Mit einem gequetschten Kehlkopf ist nicht zu scherzen."
„Entschuldigung!", gab Blair beleidigt zurück. Er wollte sich doch nur am Gespräch beteiligen.
„Wenn Sie den Mann nicht genau an einem Punkt, nämlich dem Schädel-Basis-Knochen, treffen, dann wird er wahrscheinlich nicht mal merken, dass Sie ihn getroffen haben. Sie dagegen, müssen dann so schnell wie möglich in ein Krankenhaus", erklärte Mulder.
Er sah Scully an. Diese wusste genau, was er meinte. Damals wäre Mulder fast gestorben, nachdem der Bounty Hunter ihn einfach im Arktischen Eis hatte liegen lassen. Er lag wochenlang im Krankenhaus, bevor er seinen Dienst wieder antreten konnte.
„Na das sind ja schöne Aussichten. Und wie sollen wir den Kerl dann schnappen?"
„Wie schon gesagt, wir müssen ihn am Schädel-Basis-Knochen erwischen. Und am besten damit." Er zog ein Stilett aus seiner Tasche und ließ es aufschnellen.
„Was soll das denn sein? Damit öffne ich meine Dosen, wenn zuviel Vakuum drin ist", sagte Blair, wofür er wieder einen ermahnenden Blick von Jim erntete.
„Das ist ein Stilett Blair. Damit wurden die ersten beiden Leichen getötet", erklärte Scully.
„Aha. Und Sie denken, dass diesem Alien noch mehr Klone zum Opfer fallen werden?"
„Blair, jetzt halten Sie die Klappe. Morgen kriegen Sie keinen Ton mehr raus!", fauchte Jim. Blair hob entschuldigend die Hände.
„Wir müssen nach Leuten suchen, die genauso aussehen wie die ersten beiden Opfer. Dann haben wir unsere weiteren Klone. Und diese müssen wir unbedingt in Schutzhaft nehmen", erklärte Mulder.
„Gut, dann werden wir uns mal daran machen. Na Chief, das wäre doch jetzt Ihr Fachgebiet", sagte er zu Sandburg welcher genervt die Augen verdrehte.
Drei Stunden und drei Pizzen später hatten die Ermittler noch immer keine weitere Spur von den Klonen gefunden.
„Vielleicht haben wir es hier mit nur 2 Klonen zu tun Mulder", sagte Scully genervt.
„Aber warum hat der Alien-Jäger dann nach anderen gefragt?"
„Also Leute, ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich hole mir jetzt einen Kaffee", sagte Blair krächzend.
„Bringen Sie mir bitte auch einen mit Blair", rief Scully ihm hinterher.
„Bin gleich zurück."
Jim blickte Blair böse hinterher und murmelte „Der Junge kann einfach nicht seine Klappe halten."
Scully grinste und klopfte Ellison auf die Schulter „Er wird schon wissen, was er tut Detective."
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Blair kam auf dem Weg zum Kaffeeautomaten an der Telefonzentrale vorbei. Und er erinnerte sich wieder an die Stimme vom Vortag. Ob er sich wohl vorstellen sollte? Er kannte ja sonst auch jeden, der hier arbeitete. Kurz entschlossen holte er drei Kaffees und betrat das Büro.
„Hi Blair!", kam es von hier und dort und er nickte allen freundlich zu. Als er sich umsah, ob er das neue Gesicht endeckte, sah er Sarah, die auch schon auf ihn zukam.
„Hallo!", sagte er und lächelte sie an.
„Hey, hast du mir einen Kaffee mitgebracht?", fragte sie herausfordernd.
„Sorry, aber ich wollte ihn deiner neuen Kollegin als Willkommensgruß bringen."
„Blair, du bist und bleibst ein Chameur!", sagte Sarah lachend und erklärte ihm, dass ihre Kollegin am Ende der linken Reihe saß.
Blair bedankte sich und machte sich auf den Weg. Als er endlich in die Kabine sehen konnte, wo die neue Mitarbeiterin saß, stockte ihm der Atem. Vor Schreck ließ er den Kaffee fallen. Das Mädchen, das ihn da erschrocken anstarrte, sah genauso aus, wie die Klone, nach denen sie die ganze Zeit suchten!
„Was ist denn los Sir?", fragte sie geschockt und hob die heruntergefallenen Kaffeebecher auf.
Blair brauchte einen Moment um sich zu fangen.
„Sie sehen aus, als hätten Sie einen Geist gesehen", plauderte das hübsche Mädchen weiter.
„Mhm, tut mir leid. Ich habe Sie mit jemandem verwechselt", war alles, was ihm einfiel. Er musste schnell Jim und den FBI-Agenten Bescheid sagen.
„Und mit wem habe ich die Ehre?", fragte sie.
„M..mein Name ist Blair Sandburg. Wir haben gestern miteinander telefoniert."
„Oh, .... Sie sind das also? Ich hatte Sie schon an meinem ersten Tag unten in der Eingangshalle gesehen. Arbeiten Sie für die Drogenfahndung?"
„Nein nein", gab Blair lächelnd zurück. Wieso vermutete jeder, dass er für die Drogenfahndung arbeitete? Hatten etwa alle Dealer lange, lockige Haare? „Ich bin ein Berater der Abteilung Gewaltverbrechen. Eigentlich bin ich Anthropologe."
„Interessant. Also, Mr. Sandburg, wenn Sie mich bitte entschuldigen würden, ich muss weiterarbeiten." Sie drückte ihm die drei leeren Becher in die Hand und setzte sich wieder.
„Verraten Sie mir auch Ihren Namen?", fragte Blair vorsichtig. Wenn Jim ihren Namen hätte, dann könnten sie vielleicht noch mehr Klone ausfindig machen.
„Ich heiße Colleen." Und damit zeigte sie auch auf ihr Namensschild, das groß und breit auf ihrem Schreibtisch stand. Blair grinste und schüttelte entschuldigend den Kopf. „Colleen Martins"
„Also, bis bald dann!", sagte er und wandte sich um, um zu gehen.
„Blair?", rief Colleen leise hinterher.
„Ja?"
„Wie sieht es denn mit Ihrem Angebot zum Abendessen aus?"
Oh Gott, dachte Blair, was mache ich jetzt? Ich kann nicht mit einem Klon, der von einem Alien-Hunter verfolgt wird, Essen gehen. Aber sie war so nett. Und hübsch...
„Mein Angebot steht noch", sagte er kurz entschlossen.
„Gut, wie wäre es mit morgen Abend?"
Blair fragte sich, ob sie morgen noch leben würde oder nicht längst in Beugehaft wäre, aber er antwortete schnell: „Gut, mögen Sie chinesisch?"
„Sicher. Ich arbeite morgen bis 19.00 Uhr, können Sie mich dann hier abholen?"
„Okay. Bis morgen dann."
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„Jim! Sie werden es nicht glauben!" rief Blair, als er ins Büro gestürmt kam. Sofort waren sechs Augenpaare auf ihn gerichtet.
„Was Chief? Haben Sie beim Kaffeeholen Ihre Traumfrau getroffen?"
„Nein, besser. In der Telefonzentrale arbeitet eine von den Klonen!"
„Was?", rief Mulder und stand sofort auf um sich selbst davon zu überzeugen. Doch Blair stellte sich dem größeren Mann in den Weg.
„Warten Sie Agent Mulder", sagte er bittend.
„Was?", fragte Mulder, während er auf Blair herunter blickte.
„Ich, nun ja, ich hatte sie gestern am Telefon und ich habe sie zum Essen eingeladen."
„Wie bitte?" Jim erhob sich erbost aus seinem Stuhl.
„Ich wusste ja nicht, wie sie aussieht. Verstehen Sie Jim, ich wollte doch nur eine neue Mitarbeiterin willkommen heißen. Ist das denn ein Verbrechen?"
„Und jetzt haben Sie sie gesehen! Warum haben Sie nicht abgesagt?"
„Ich, nun, das ist nicht so einfach. Ich meine, Sie ist echt.... nett, Jim."
„Blair! Das heißt also nur, dass Ihre Hormone mal wieder verrückt spielen!"
„Blair, wir müssen diese Frau beschützen. Sie muss in Schutzhaft genommen werden", erklärte Scully.
„Können wir sie nicht nur beschatten? Ich meine, Sie könnten doch auch in das Restaurant gehen, und uns die ganze Zeit im Auge behalten? Ich werde es ihr auch erklären. Wirklich Jim, ich werde ihr sagen, was hier vorgeht, aber bitte, bitte lassen Sie es mich ihr morgen beim Essen sagen."
„Kommt nicht in Frage!"
„Aber das wäre gar nicht so schlecht", sagte Mulder.
„Wie bitte?", fuhr ihn Jim wütend an.
„Sandburg könnte sie doch ein bisschen ausfragen. Wo sie herkommt und so, ob sie Geschwister hat u.s.w."
„Ja Mann! Hey Jim, das stimmt. Wenn sie heute verhaftet würde, dann würde sie sicher gar nichts sagen."
„Blair, Sie sind kein Cop!"
„Wie oft soll ich mir das noch anhören? Ich weiß, dass ich kein Cop bin, aber ich habe schon öfter an Undercover-Aktionen teilgenommen. Erinnern Sie sich an Chapell?"
„Ja, und ich erinnere mich, wie er Sie fast erwürgt, Ihnen fast den Arm gebrochen und Sie fast erschossen hat. Ganz zu schweigen von Cassie."
„Aber es hätte funktioniert! Der Mann war krank Jim. Aber Colleen ist eine ganz normale, junge Frau. Sie kann mir nichts tun. Und außerdem sind Sie ja immer dabei."
„Detective", meldete sich nun auch Scully. „Ich denke, dass Blair recht hat. Wir sollten ihm die Chance geben. Ich denke, so könnten wir mehr herausfinden. Und wir werden wirklich immer in der Nähe sein. Wir sitzen sogar am Nebentisch, wenn Sie wollen."
„Sandburg, ich sage Ihnen dies nur das eine Mal..."
„Jim, ich weiß, ich werde vorsichtig sein, keine Sorge.
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„Guten Abend", grüßte Colleen ihre Verabredung. Blair hatte sich richtig zurechtgemacht. Ein schickes Hemd, saubere Jeans und eine Lederjacke. Die Haare hatte er zusammengebunden. „Zu besonderen Anlässen", wie er immer sagte.
„Hallo. Und, sind Sie fertig?"
„Ja, wir können los. Zu welchem Chinesen gehen wir denn?"
„Oh, ich kenne ein tolles Lokal in der Innenstadt. Sie werden sehen, das Essen ist dort einmalig!"
„Na schön, dann lasse ich mich mal überraschen."
20 Minuten später kamen sie an dem Restaurant an.
„Blair, haben Sie auch diesen Wagen bemerkt, der uns schon die ganze Zeit hinterher fuhr?"
Blair sah sich um. Wenn das Jim war! Dann konnte er etwas erleben.
„Nein, bisher noch nicht. Wo denn?"
„Da, ein grauer Ford. Da hinten."
Blair strengte sich an, konnte aber keinen grauen Wagen entdecken. Er sah aber dafür Jims Auto, das in der Nähe parkte.
„Vielleicht war es nur ein Zufall Colleen."
„Wahrscheinlich", sagte sie beunruhigt.
„Colleen, was ist denn los? Haben Sie vor irgend jemandem Angst?", fragte Blair vorsichtig. Vielleicht wusste sie ja von dem Alien-Jäger.
„Das wäre wohl zuviel zu erklären für unser erstes Date", sagte sie traurig.
„Wenn Sie darüber reden wollen, dann bin ich für Sie da."
„Schon okay Blair. Wir sollten jetzt ins Restaurant gehen."
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Mulder sah sich die ganze Zeit aufmerksam um. Sandburg war spät dran. Er und Scully saßen schon eine halbe Stunde in dem Lokal. Und Jim war auch vor ca. 10 Minuten gekommen. Er hoffte, dass nicht jetzt schon etwas passiert war. In diesem Moment betraten die beiden aber endlich das Lokal. Blair nickte den dreien leicht zu und brachte Colleen zu dem reservierten Tisch.
„Und, wie gefällt es Ihnen?"
„Es ist sehr gemütlich hier. Waren Sie schon öfter hier?"
„Oh ja, ich liebe chinesisches Essen. Eigentlich komme ich ständig hierher."
„Mit Ihrem Partner?"
„Ja. Mein Partner ist auch ein Fan von chinesischem Essen. Und von Kohl!"
„Kohl?"
„Ja, wissen Sie, er liebt Hot Dogs mit Kohl oben drauf, oder Sauerkraut. Aber ich kriege das Zeug einfach nicht runter."
Colleen lachte leise. „Sie sind schon ein merkwürdiger Kerl Blair."
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Am Nebentisch hörten Mulder, Scully den beiden aufmerksam zu. Jim schüttelte nur den Kopf und unterhielt sich leise mit Mulder.
„Sie müssten mal sehen, was er schon alles gegessen hat. Eines Tages lagen Heuschrecken in meinem Kühlschrank!"
Mulder grinste und Scully sah nur kurz auf. Mulder wusste warum. Bei einem früheren Fall hatte Scully auch einmal vorgegeben, eine Heuschrecke gegessen zu haben.
Mulder war auf den Trick hereingefallen.....
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„So Colleen, das war jetzt meine Lebensgeschichte. Sie sind dran", sagte Blair triumphierend.
„Oh, sehr beeindruckend Blair. Was Sie schon alles gesehen haben! Ihre Mutter ist ja wirklich ein richtiger Hippie."
Blair grinste. „Sie ist ein „freier Geist". Das sagt sie jedenfalls von sich. Und was ist mit Ihnen? Ihren Eltern?"
„Nun, mein Leben...da kann ich Ihnen nicht viel erzählen Blair, weil ich mich an das meiste nicht erinnern kann."
„Wie bitte?"
„Ich hatte vor drei Jahren einen Unfall und lag im Koma. Ich kann mich leider an nichts mehr davor erinnern. Aber ich fühle, dass da etwas ist, das vor meinem Unfall passiert ist. Und es verfolgt mich."
„Was denn?"
„Wollen Sie das wirklich hören? Wahrscheinlich denken Sie jetzt schon, dass ich verrückt bin und morgen wollen Sie wahrscheinlich nichts mehr mit mir zu tun haben."
„Nein, wirklich, ich mag Sie wirklich Colleen. Und mir ist es egal, was damals passierte. Ich mag Sie so wie Sie sind."
Colleen lächelte geschmeichelt. Sie hätte nie gedacht, dass sie einmal so einen Mann finden würde. Einen der sie verstand, und sich wirklich für sie interessierte.
„Nun, ich bin also aus dem Koma erwacht und befand mich in einer ganz komischen Krankenstation. Alles war so kalt und steril. Nicht wie in einem normalen Krankenhaus. Und ich habe dort Männer gesehen.....sie sahen alle gleich aus."
„Zwillinge?"
„Nein, etwa 10 Stück. Das konnten keine normalen Zwillinge sein. Und als ich danach fragte, sagte man mir, dass es wohl an den Beruhigungsmitteln liegen müsste. Es wären wohl Halluzinationen.... Und eines morgens wachte ich auf und war in einem anderen Krankenhaus. Hier in Cascade, und man sagte mir, dass ich aufgefunden worden war und niemand wüsste, woher ich käme..... ich wusste es auch nicht."
„Das hört sich ja an, als hätte man sie absichtlich in dieses erste „Krankenhaus" gebracht. Vielleicht war es gar kein Unfall, Colleen."
„Ich weiß es nicht Blair. Und ich möchte am liebsten gar nicht darüber nachdenken. Aber...", sie sprach nicht weiter.
„Was denn? Erzählen Sie es mir ruhig Colleen."
„Ich bin anders. Ich fühle mich ständig verfolgt und habe vor Leuten Angst, die ich gar nicht kenne."
„Das hört sich für mich wie eine Entführungsgeschichte an. Vielleicht verdrängen Sie das, was Ihnen passiert ist und haben deshalb so große Angst und können sich nicht erinnern."
„Ja, vielleicht. Jetzt habe ich wohl den Abend ruiniert, was?", sie schaute auf und hatte Tränen in ihren Augen.
„Nein, keine Sorge Colleen. Ich finde es toll, dass du mir alles von dir erzählt hast. Das macht dich für mich nur noch schöner." Er beugte sich hinüber und küsste sie.
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